Carry Costs
Carry Costs sind die Kosten, die beim Halten eines physischen Rohstoffs über einen bestimmten Zeitraum entstehen. Dazu gehören Lagerung, Versicherung und Finanzierung.
Diese Kosten sind für die Preisbildung am Terminmarkt wichtig. Sie unterscheiden sich von Transaktionskosten, die beim Kauf oder Verkauf entstehen. Carry Costs werden unter anderem durch Zinsen und Lagerverfügbarkeit beeinflusst und stehen im Zusammenhang mit Opportunitätskosten, also möglichen Erträgen aus alternativen Verwendungen des Kapitals.
Warum Carry Costs relevant sind
Carry Costs beeinflussen Strategien in Rohstoffmärkten deutlich:
- sie wirken sich auf Terminpreise und Arbitragemöglichkeiten aus
- sie beeinflussen Entscheidungen zur Lagerhaltung
- sie bestimmen mit, ob das Halten physischer Rohstoffe wirtschaftlich sinnvoll ist
Interpretation von Carry Costs
Hohe Carry Costs können Lagerhaltung unattraktiver machen und zu niedrigeren physischen Beständen führen. Niedrige Carry Costs begünstigen dagegen Lagerhaltung. Steigende Carry Costs deuten häufig auf höhere Finanzierungs- oder Lagerkosten hin und können Liquidität sowie Preisstrategien im Markt beeinflussen.
Anwendung in Rohstoffmärkten
In Ölmärkten spielen Carry Costs eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Lagergeschäften, insbesondere in Contango-Phasen, wenn zukünftige Preise über dem Spotpreis liegen. Händler müssen diese Kosten berücksichtigen, wenn sie beurteilen, ob das Halten von Rohölbeständen für einen späteren Verkauf wirtschaftlich ist.